„Blaublütige" Hunde vor gestrenger Jury
Treffen des vierbeinigen Adels im Jessener Schützenhaus
Von H.- Dieter Kunze

Das sind längst nicht alle Züchter und Halter mit ihren Großhunden,
die am Sonnabend im Jessener Schützenhaus präsentiert und be-
wertet wurden. Übrigens erhielten nicht nur die Sieger Pokale.
Jessen/MZ. Am Wochenende reichte sich der vierbeinige Adel bildlich gesprochen in Jessen die Pfoten. So viele „Blaublüter" auf einmal waren wohl noch nie im Schützenhaus versammelt. Da gaben sich der Kaukasische Otscharka namens Hermes von der Rudeljahne mit dem Australian Sheperd Cross Country's Macawi, mit der Irish Wolfhound-Dame Gelert heir's Ghana und Lady Lara vom Kaiserhof, eine gewichtige Rhodesien Ridgeback-Hündin, deren Rassewurzeln in Südafrika sind, die Ehre. Sie alle einzeln aufzuzählen, dafür fehlt einfach der Platz.
Flait von Koppas Hof aus Bayern, Khila-Charii von La Rhajas, Helena Hekate von der Rudeljahne, Joy vom Kyffhäuser und wie sie sonst noch heißen, haben dafür sicher Verständnis. Immerhin waren an zwei Tagen mehr als 100 Vertreter von Hunde-Klein- und -Großrassen mit ihren Haltern oder Züchtern aus ganz Deutschland nach Jessen gekommen. Hier stellten sie sich den kritischen Blicken einer Jury.
Ute Mogal aus Hannover und Manfred Schultz aus Hameln, beide erfahrene und international anerkannte Züchter, agierten als so genannte Formrichter. Sie schauten genau hin. Körperbau, Fell oder Gebiss beispielsweise mussten in Bestform sein. Außerdem, drahtig war gefragt. Wehe, wenn einer dem Fressnapf zu üppig zugesprochen hatte. Da gab es Punktabzug und anschließend ein langes Gesicht bei Frauchen oder Herrchen. Die müssen künftig die Futter-Dosen besser unter Verschluss halten.
Ganz wichtig für die Teilnahme waren auch Impfausweis und bei Hunden mit Gebissfehlern sogar ein Röntgenbild sowie ein Attest vom Tierarzt. Veranstalter war der Gesamtdeutsche Rassehunde Verein mit Sitz in Hameln. Die VIK Continental-Siegerschau war international geschützt durch den Verband Internationaler Kynologie (VIK) und den Verband Deutscher Hundeclubs (VDHC).
Es ging um sehr viel, schließlich winkten Ruhm, Ehre und ein Siegerpokal. Obwohl, Pokale und Urkunden gab es für alle Teilnehmer, als Erinnerung an die zwei Tage in Jessen. Die Teilnahme war für jeden Rassehundebesitzer offen. Gewertet wurde sowohl bei den Groß- als auch Kleinhunden in verschiedenen Kategorien sowie getrennt nach Hündinnen und Rüden. Unterschieden wurde nach erwachsenen Tieren und Junghunden, die unter 18 Monate alt waren. In einer Best-of-Show wurde in diesen Kategorien schließlich die Creme de la Creme gekürt. Auch eine Sonderschau „Kind mit Hund" gehörte dazu. Mit dabei war Sandra Landgraf aus Wittenberg. Sie ist an den Rollstuhl gebunden und hat zu ihrem schwarzen Riesenschnauzer
Sandra Landgraf aus Wittenberg ist an den Rollstuhl gebunden. Zu ihrem Riesenschnauzer Rocky hat sie ein sehr inniges Verhältnis. Er hilft ihr oft, die Behinderung für einige Zeit zu vergessen.
Rocky ein sehr inniges Verhältnis. Beide sind unzertrennlich, und Rocky lässt sie oft ihre Behinderung vergessen.
Die Continental-Siegerschau in Jessen kam auf Initiative von Sonja Koppa, Vorsitzende vom Irish Wolfhound Fanclub mit Sitz in Mügeln, zustande. Bereits im vergangenen Jahr war sie Ausrichter der Dreiländerschau in Mügeln. Die Teilnehmer waren voll des Lobes für die gute Organisation und die Rahmenbedingungen im Schützenhaus. Das bestätigte auch Anton Dehmer aus Rosenheim in Bayern: „Alles toll, alles perfekt, einfach super!" Er und sein Irish Wolfhound Flait von Koppas Hof hatten die weiteste Anreise. Aber die lohnte sich wirklich. Sein Vierbeiner belegte in der Best-of-Show bei den Großhund-Rüden den ersten Platz.
Das Personal vom Schützenhaus hatte zunächst viel Respekt, insbesondere vor den grauen Wolfshunden, der größten Hunderasse. Vor allem, wenn beim Servieren solch ein quer im Gang liegender Koloss überschritten werden musste. Aber die Iren und alle anderen blieben friedlich. Adel verpflichtet.
| Sandra Landgraf aus Wittenberg ist an den Rollstuhl gebunden. Zu ihrem Riesenschnauzer Rocky hat sie ein sehr inniges Verhältnis. er hilft ihr oft, die Behinderung für einige Zeit zu vergessen. |
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