Mügeln und Umgebung

In einem Zeitungsartikel der Mitteldeutschen Zeitung vom 20. Juli 2004 fanden wir eine Tolle Beschreibung von Jessens Umgebung, so dass wir ihn hier einfach wiedergeben wollen.

Lust auf Natur? Dann auf in die Stadt an der Elster
Jessen und Umgebung mausern sich immer mehr zum Touristenziel
Natur, Geschichte und Aktivurlaub lassen sich ideal kombinieren


Glücksburger Heide, eine Jahrhunderte alte Tradition des Weinanbaus, eine Region des Obstanbaus, beinahe unendliche Rad- und Reitwegenetze, alte Schlösser, Spuren des Bibers und und und. Wer sich einmal die Zeit nimmt und in aller Ruhe nachschaut, was denn die Jessener Region so zu bieten hat, wird vielleicht erstaunt sein.

Oase an Flüssen

Beinahe unendlich erscheinen die Möglichkeiten, Körper und Geist baumeln zu lassen. Kein Wunder, dass die Reize der Stadt und der Region so nach und nach immer mehr Besucher anlocken. Harmonisch zwischen Schwarzer Elster und Elbe eingebettet, liegt Jessen selbst an den Hängen des Himmelsberges. Es ist nicht der „Rummel" großer Freizeitparks, der Gäste hier erwartet. Die Ruhe einer Oase zwischen zwei Flüssen, eine wunderbare Natur vor der Nase und Angebote zum Entspannen sind das Plus touristischer Verlockungen.
So kann der gestresste Großstädter, der mittlerweile sehr oft mit dem Rad hier anzutreffen ist, beispielsweise den Fahrradsattel gegen einen Reitsattel eintauschen. Reiterhöfe bieten komplette Erlebniswochen an. Wer es lieber bodenständiger mag, kann sich zu Fuß auf den Weg durch die 6 850 Hektar große
Glücksburger Heide machen. Erst Anfang der 90er Jahre konnte das viele Jahrzehnte lang ausschließlich militärisch genutzte Areal endlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Verschiedene Veranstaltungen im Laufe eines Jahres nutzen das Potential der „grünen Lunge" nördlich der Stadt. So stets im September der große Radwandertag, zu dem bereits tausende Gäste aus nah und fern anreisen.
Genau richtig in der Region sind
Freunde des Weins. Jessens zählt zu den ältesten Anbaugebieten Deutschlands. 1420 wurden die auf den Hängen des Himmelsberges stehenden Weinstöcke erstmals urkundlich erwähnt. Die Hochzeit des Anbaus lag im 15. und 16. Jahrhundert, die folgenden Perioden brachten einen spürbaren Rückgang. Die Anbaufläche lag zwischenzeitlich bei mageren 1,25 Hektar (vormals 300).
Erst mit Beginn der 90er Jahre lebte die Weintradition wieder richtig auf. Alteingesessene Winzerfamilien haben sie reaktiviert. Die
Familie Hanke zählt zu ihnen. Auf ihrem Weingut befindet sich auch die Weinbau-Ausstellung, die einen umfassenden und sehr informativen Einblick in dieses Stück Jessener Geschichte gibt.

Auf Tour

Nur Katzensprünge sind es in die Glücksburger Heide oder die Elbaue. Kleine, liebevoll hergerichtete Orte mit urigen Gaststätten erwarten die Besucher. Und wer Glück hat, kann dem Biber begegnen oder dem Storch beim Fröschefangen zuschauen.
Auch Geschichtsinteressierte kommen auf ihre Kosten. Etliche Heimatmuseen geben Auskunft über die Geschichte des Landstriches. Kirchen sind in vielen Orten nicht nur sehenswert, sondern Anlaufpunkt, um einiges aus der Vergangenheit zu erfahren.
Neben Jessen haben auch
Annaburg und Prettin sehenswerte Schlossanlagen aufzuweisen mit einer jeweils sehr wechselvollen Geschichte. Und wer Genaueres über Martin Luther wissen möchte, sollte einen Abstecher nach Wittenberg an der Elbe nicht versäumen.
Wie, dass reicht Ihnen immer noch nicht? Na dann hätten wir noch folgenden Vorschlag. Am frühen Morgen ein ordentliches Frühstück in Jessen genießen und zwei Stunden später durch die
Friedrichstraße in Berlin oder die neue Messe in Leipzig bummeln. Das geht nämlich auch, Jessen liegt genau zwischen der deutschen Bundeshauptstadt und der sächsischen Metropole. ar.

Mitteldeutsche Zeitung vom 20. Juli 2004