Oranienbaum

(Entfernung von Wörlitz: 6 km)
Oranienbaum empfangt seine Gäste mit dem einzigen Barockensemble
niederländischer Prägung in Deutschland. Es entstand Ende des 17. Jahrhunderts
als Witwensitz für die Gemahlin des Fürsten Georg II. von Anhalt-Dessau,
Henriette Catharina von Nassau-Oranien. Der Ortsname erinnert noch heute an das
Geschlecht der Oranier, dem das Fürstentum Anhalt-Dessau wichtige Impulse für
Wirtschaft und Kultur verdankt. Henriette Catharina trug maßgeblich dazu bei,
dass der ehemals unscheinbare Ort eine bemerkenswerte bauliche Entwicklung nahm.
Typisch für den Stadtkern ist das rechtwinklig angelegte , Straßennetz mit
seinen Sichtachsen. Auf dem quadratischen Marktplatz befindet sich das
Wahrzeichen der Stadt, der Orangenbaum. Die barocke Stadtkirche, im frühen 18.
Jahrhundert erbaut, gehört zu den wenigen Kirchen mit elliptischem Grundriss.
Das dreiflügelige Barockschloss entstand unter der Leitung des niederländischen
Baumeisters Cornelis Ryckwaert. Als besonders wertvoll gilt der Sommerspeisesaal
im Souterrain, welcher vollständig mit holländischen Fliesen dekoriert ist. Die
Kulturstiftung Dessau Wörlitz öffnet ab dem 14. Juni 2003 das Schloss erstmals
seit über 60 Jahren wieder für Besichtigungen, obwohl es größtenteils noch
unrestauriert ist. Zu sehen sind neben den kostbaren Ledertapeten des Teesaales
zahlreiche andere Originalbestandteile des Hauses. Teile der barocken Parkanlage
(um 1700) wurden durch Fürst Franz, einem Urenkel Henriette Catharinas, zwischen
1793 und 1797 zu einem Englisch-Chinesischen Garten umgestaltet, der heute als
der einzig erhaltene solcher Art in Deutschland gilt.